Die Ausstellung African anxiety_(MY)  des Künstlers Lou Favorite mit vielschichtigen, kraftvollen, teils monumentalen Arbeiten zum Thema Flucht und Vertreibung ist noch bis zum 18. September 2015 in der Galerie Listros, zeitgleich mit der Rauminstallation Moving Boxes zu sehen. 

 

VERANSTALTUNG AM 3. SEPTEMBER 2015

Fluchtbilder im Fokus von Christentum, Judentum und Islam

Flucht und Vertreibung sind seit Jahrtausenden Themen der Menschheit. Der Auszug der Israeliten aus Ägypten (Exodus) wird im Alten Testament beschrieben. Mit der Flucht Mohammeds von Mekka nach Medina beginnt die islamische Zeitrechnung. Heute sind 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Welche Bildkonzepte und Fluchtbilder finden sich im  Christentum, im Judentum und im Islam? Wie werden Flucht, Vertreibung und Heimatlosigkeit in der zeitgenössischen Kunst thematisiert und dargestellt? Welchen Einfluss haben diese auf die Konstruktion von Fremdheit heute? Über diese und weitere Fragen, die uns in diesem Zusammenhang beschäftigen, wollen wir am 03. Sep. unter dem Titel „... der Raum ist schon überfüllt“ in der Galerie Listros gemeinsam diskutieren. Sie sind herzlich eingeladen!

19.30 Uhr Führung durch die Ausstellung „african anxiety_ (MY)“ 

Gemälde, Zeichnungen und Objekte 
In Anwesenheit des Künstlers Lou Favorite
 

20.00 Uhr  ... der Raum ist schon überfüllt!

Diskussion und Positionen u.a. von: 
Prof. Christine Funk, Theologin, Katholische Hochschule (KHSB) 
Franz Pfeifer Theologe / Historiker Köngin-Luise-Stiftung Berlin
Moderiert von Ursula Engel (Journalistin) 


FENDIKA - SONNTAG 09.08 2015

THE OLDEST CULTURAL CLUB AUS ADDIS ABEBA
TRIFFT AUF 5 MUSIKER AUS BERLIN
SEIEN SIE SICHER: ES WIRD EIN UNVERGESSLICHER SONNTAG

Die äthiopische Kultur ist so abwechslungsreich wie das Land selbst. Eine der traditionellen Musikrichtungen heißt Azmari, die regional unterschiedlich ausgeprägt ist. Um einen interregionalen Austausch zu ermöglichen, hat Melaku  Belay mit Fendika einen Raum für äthiopische Musiker geschaffen, in dem auch internationale Musiker auftreten. 
Dieser interkulturelle Austausch schafft eine Plattform für die Integration äthiopischer Kultur in die Musik anderer Länder und hilft äthiopische Traditionen zu modernisieren, was besonders jungen Äthiopiern hilft, sich mit ihrer Kultur zu identifizieren. 
Durch seine moderne Unternehmensform werden in Fendkia über 30 Leute mit regelmäßigem Einkommen beschäftigt. Dieses Modell ist sehr erfolgreich und hat das Potential sich noch weiter zu entwickeln. 
Wir unterstützen ausdrücklich die Bemühungen von Melaku Belay diese Brücke zwischen Musikern aus Äthiopien und der ganzen Welt weiter auszubauen und freuen uns deshalb am 09. August zu dieser besonderen FENDKIA Veranstaltung einladen zu können.

WORKSHOP
Von 15:00 - 17:30 gibt es einen Workshop, in dem Musiker und Tänzer den Teilnehmern den äthiopischen Tanz ESKITA beibringen werden. 
Eine verbindliche Anmeldung wird bis 06.August 2015 erbeten unter mail@listros.de Umkostenbeitrag 10€

KONZERT - FENDIKA MEETS BERLINER MUSIKER
Ab 18 Uhr Konzert mit den Berliner Musikern Zito Ferreira (Drums), Stephan Geerken (Conga), Lito Tabora(Keyboard), Marko Jovanovic (Mundharmonika) und Martin Lillich Bassist.

Eintritt: 12€
Kombiticket Workshop & Konzert: 18€


AFRICAN ANXIETY_(MY)

MALEREI, ZEICHNUNGEN UND INSTALLATIONEN VON LOU FAVORITE 

Ausstellungsdauer:    19. Juni – 18. August 2015
Eröffnung:                    Donnerstag, 18. Juni 2015 um 20.00 Uhr

In der nunmehr zweiten Einzelausstellung des Ausstellungszyklus, freuen wir uns neue Arbeiten des in Berlin lebenden Künstlers Lou Favorite, präsentieren zu können. Erstmalig zeigt die Galerie LISTROS, neben weiteren neuen Werken, eine großformatige Papierarbeit (Format 2,7 m x 9,2 m) mit dem Titel „panel“. Dieses neue, eigens für die Situation in der Galerie geschaffene Werk, wurde in Kratztechnik, in auf dem Papier aufgetragenem Lack und Acryl herausgearbeitet. Die Papierarbeit „panel“ ist Teil der sechsteiligen Werkgruppe „african anxiety_(my)“, welche in einem Raum der Galerie präsentiert wird. Der Künstler bezeichnet die Komposition dieser mehrteiligen Arbeit als „Raumkonstrukt“.

Lou Favorite verwendet als Trägermaterial für seinen Werkzyklus „african anxiety_(my)“ Papier, welches bei der Kautschukproduktion als Trennpapier zwischen den einzelnen Kautschukplatten verwendet wurde.
In der Verwendung dieses besonderen Papiers und auch im Titel, bezieht sich Favorite, auf die kolonialistische Ausbeutung durch Anbau des Naturkautschuk in der afrikanischen, insbesondere der kongolesischen Geschichte. Diese ist eine Geschichte der Grenzüberschreitung durch Völkermord und Sklaverei. 

Der ursprünglich aus Südamerika stammende Kautschuk wurde ab Mitte des 18. Jahrhunderts ebenfalls in Afrika angebaut, insbesondere im Kongo. Auf der Kongo-Konferenz wurde das Kongobecken dem belgi- schen König Leopold II zugesprochen. Durch Sklaverei und Zwangsarbeit wurde die Kautschukgewinnung durch die Belgier vorangetrieben, man schätzt das dabei 8 – 10 Millionen Kongolesen den Tod fanden. 

Lou Favorite

In seinen Werken kreist Lou Favorite immer wieder um die Themen der Begrenzungen, seien diese Geschlechtergrenzen, Körpergrenzen oder Grenzen gesellschaftlicher und politischer Natur. Seine künstlerische Fragestellung geht unserer Idee von der Welt und deren Grenzen nach, die seiner Ansicht nach eine Welt in unserer Vorstellung ist, aber nicht mit der Realität kongruent. Sein Interesse gilt Sterotypen die unsere Bildwelt konstruieren und an deren Konstruktion auch die Künste einen erheblichen Einfluß ausüben.

Auf diese Weise betrachtet er auch das allgemein vorherrschende Bild Afrikas. Dieses ist seiner Ansicht nach, ein aus medialen Bildern kultiviertes Abbild, auf welchem unsere Vorstellungen des Kontinents beruhen. Demnach gründet unser Blick auf Afrika auf Klischees, die uns u.a. erzählen, afrikanische Musik sei Trommelmusik. In diesem Sinne ist ein weiterer wesentlicher inhaltlicher Aspekt der Arbeit von Lou Favorite, von einer tiefgehenden Auseindersetzung und Fragestellung an unsere Vorstellungen von dem afrikanischen Kontinent und dessen Kultur geknüpft.

Wie schon in seinem großen Werkzyklus „Lampedusa/ playground“ durchdringt Favorite mediale Bilder bis zur komprimierten Essenz ihres Inhalts und reflektiert den Abgrund der europäischen Sichtweise auf eine fremde Kultur. Er konfrontiert und durchbricht in seinen Werken gängige Ansichten über das uns Fremde.

Der Künstler hat eine große Sammlung von Medienbildern angelegt, die er in seinen Werken verarbeitet. In seinem Bildarchiv befinden sich sowohl Zeitungsbilder, wie Bilder aus dem Internet oder auch Filmstils. Vorwiegend handelt es sich um mediale Sterotypen die Flucht, Vertreibung, Krisen – Grenzüberschreitungen darstellen. Diese in seine Werke integrierten Fotografien, werden von Favorite in der künstlerischen Bearbeitung auf ihr Grundgerüst reduziert, überarbeitet und sind tragende Elemente seiner Arbeit. Der mediale Ursprung der Bilder, ist in seinen Arbeiten kaum mehr erkenntbar - wohl aber spürbar.

Lou Favorite studierte Malerei an der Universität der Künste in Berlin und schloss sein Studium 1994 mit dem Meisterschüler ab. Er lebt und arbeitet in Berlin.


erstmalig in Deutschland

© Andrea Künzig Kinder in ihrem Zuhause in Musalala, Kenia

"day by Day" in Kambaland von A. Künzig

FOTOGRAFIEN VON ANDREA KÜNZIG AUS DEN JAHREN 1998-2014,

Ausstellungsdauer:     30. April - 11. Juni 2015 
Öffnungszeiten:           Di, Mi, Fr 10 - 19, Do 10 - 2 Uhr nachts
                                      Sa 12 - 16 UHr

Mit einer erstmalig in Deutschland zu sehenden Werkschau präsentiert die GALERIE LISTROS Aufnahmen aus 15-jähriger fotografischer Arbeit der Dokumentarfotografin Andrea Künzig. In den herausragenden Fotografien, die in der Tradition von René Burri und Werner Bischof stehen, widmet sich die Fotografin dem Leben einer afrikanischen Familie in Kenia.

Auch in dieser Dokumentation ist die Arbeitsweise von Andrea Künzig durchgängig von einer hohen Sensibilität und einer einfühlsamen Herangehensweise an das Thema geprägt. Ihre Annäherung an die porträtierten Menschen zeugen von einem respektvollen und zutiefst menschlichen Blick auf deren Lebensumstände.

Mehr zu "DAY BY DAY"

Zur Eröffnung sprach: Ruth Eichhorn (Geschäftsführende Redakteurin der Bildredaktion GEO)
Hier können Sie die ERÖFFNUNGSRede lesen.


Hendrik Neubauer
im Gespräch mit Andrea Künzig

 


LANGE NACHT DER KUNSTBETRACHTUNG

sie können "day by day" in Kambaland
Jeden Donnerstag bis 2 Uhr nachts besichtigen

Die Galerie ist ab 10:00 Uhr geöffnet.


Finissage "day by day" in kambaland

am Donnerstag 11.06.2015, 20 Uhr 


AUSSTELLUNGSZYKLUS 2015
heimat. migration. identität.

am 30. April 2015 startete die GALERIE LISTROS
den diesjährigen Ausstellungszyklus „von dort bis hier 2015“
mit der einzelAusstellung   
"DAY By day" in Kambaland - FOTOGRAFIEN AUS DEN JAHREN 1998-2014,
von Andrea Künzig.

In dieser, vor drei Jahren begonnenen Ausstellungsreihe, setzen wir, auch in diesem Zyklus, die Auseinandersetzung mit den Themen Heimat, Migration und der besonderen Situation von Asylsuchenden fort. Dabei bilden Aspekte von Integrität, Identität und Heimat, Schwerpunkte der künstlerischen Auseinandersetzung. Analysen der Spannungsfelder, der aktuellen prekären Situation der „von dort bis hier“ gekommenen und kommenden Menschen, sind zentrale Aspekte der je- weiligen Ausstellung.

Bis zum Herbst 2015 präsentieren wir in zunächst drei Einzelausstellungen KünstlerInnen, die sich durch ihre Arbeitsweise in eine kritische, tiefgreifende Auseinandersetzung mit den Herausforderungen des „dort sein“, „unterwegs sein“ und „hier sein“ begeben haben. In ihren Arbeiten bzw. Projekten erkunden sie, mit ihren jeweils spezifischen Herangehens- weisen, Fragestellungen und mögliche Lösungsansätze im Kontext Migration.

Der Ausstellungszyklus wird ab Herbst 2015 mit den Künstlern Peter Herrmann, Berlin und dem aus Togo stammendem Künstler EL LOKO, aus Köln fortgesetzt. 

Ausstellende Künstler:
Andrea Künzig, Lou Favorite, barbara caveng, Peter Herrmann und El Loko

Galerie Team:
LISTROS Gründer & Künstlerischer Direktor: Dawit Shanko
Kuratorin: Susanne Wehr / Presse und Öffentlichkeitsarbeit: Wigbert Böll